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Auf den Spuren der Bären

Letztens hatten wir uns endlich in das skurrile Camöuflage-Geschäft getraut, das von innen sehr viel aufgeräumter und professioneller aussah als von außen. Die vielen Luftgewehre (oder was immer das auch war) fand ich etwas verstörend, eine Gasmaske gab es aus Polen. Viele Outdoor-Outfits, dazu Kleidung von Carhartt sowieso Rucksäcke und eben Bärensprays. Wir kauften zwei und naja, ich bin mir immer noch nicht sicher, ob ich den Sicherheitsverschluss im richtigen Moment zügig entfernen könnte, aber gut, wir besitzen jetzt Bärensprays für den Fall der Fälle (die Plastikfolie habe ich natürlich mittlerweile entfernt).

Eigentlich wollte ich damit zum Wandern an den Buntzen Lake, aber für diesen See muss man im Vorfeld einen Parkplatz buchen und alle Tickets waren bereits vergeben. Anscheinend gilt diese Ticket-Regel aber nur für die Sommersaison, also müssen wir einfach etwas später dorthin. Daher suchte ich eine andere Wanderroute aus und fand den Minnekhada Regional Park, der sich als absoluter Glückstreffer entpuppte.

Ich war überhaupt nicht darauf vorbereitet, schon bei der Anfahrt Bären zu begegnen und dachte beim Anblick eines großen braunschwarzen Etwas am Straßenrad erst „oh mein Gott, ein Bär!“, dann „übertreib‘ mal nicht, das ist bestimmt ein Holzhaufen!“ – da sich dieser dann bewegte, fing ich laut an „oh mein Gott“ zu rufen. Er war wirklich groß und lief da einfach am Straßenrand entlang, auf der anderen Seite Wohnhäuser mit Garten. Einfach krass. Ich hatte zuvor noch die großen Grundstücke bewundert, aber wenn man dort ständig Bärenbesuch hat, möchte ich da vielleicht doch nicht wohnen.

Daher waren wir ein bisschen nervös, als wir den eigentlichen High Knoll Hike starteten. Ich suchte auch noch den einsameren Weg aus, weil er der längere war und wir sahen dort nicht viele Menschen, dafür immer wieder Bären-„Hinterlassenschaften“… Dass ich mir mehr Menschen herbeiwünsche, ist auch neu. Der Weg verlief durch einen grünen Wald mit Felsen, Bäumen und Farn – er erinnerte mich ein bisschen an den Bayerischen Wald; nur ist es sehr lange her, dass ich dort einmal war. Die Aussicht vom Gipfel des Berges war phänomenal und wir liefen dann noch ein paar Extrarunden, um wirklich alle Trails gesehen zu haben.

Gebrannt hatte es vor einiger Zeit oben im Wald auch – man musste aufpassen, an welchen Baum man sich anlehnte, wenn man nicht gänzlich schwarz werden wollte. Ich wünschte, wir würden mehr gegen den Klimawandel tun: Maßnahmen, ohne die Industrie in die Pflicht zu nehmen und wirklich strukturelle Änderungen durchzuführen, werden wohl eher nicht so viel bewirken.

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