Am Valentinstag hatte ich ein Date mit der Schweizer Band Coroner, die im Rickshaw Theatre spielen sollten. Wie der Name der Venue schon andeutet, ist das ein altes Kino, in dem die meisten Metal-Bands spielen. Es ist schon sehr abgeranzt inklusive vieler fest montierter alter Stühle im hinteren Bereich, was für wenig Bewegungsfreiheit sorgt. Um die Bar auf der linken Seite gibt es eine Art Sicherheitszone, in der man nicht stehen darf (interessantes Konzept: Bars, an denen man nicht stehen darf).

Angeblich gibt es eine der besten Konzertstätten Nordamerikas hier in Vancouver, den Commodore Ballroom, aber leider hat dort bis jetzt noch keine einzige Band gespielt, die mich interessiert hätte. Bis jetzt habe ich eher Ankündigungen für Alternative-Bands gesehen und da mag ich vielleicht mal ein, zwei Songs einiger Künstler*innen, aber es reicht nicht für einen Konzertbesuch.

Zurück zum Konzert: Erste Vorband war Sölicitör, eine Band aus Seattle, die ich dadurch kannte, dass es für die Sängerin ein Crowdfunding gegeben hatte, weil sie aus ihrem Haus geflogen ist. Es war wohl ein Gartenhaus, in dem niemand hätte wohnen dürfen und irgendjemand sie verpfiffen hatte. Jedenfalls hatte die Band beim Konzert etwas Pech, weil dem Bassisten gleich beim zweiten Song eine Saite gerissen ist. Weder kam ihm jemand zur Hilfe, noch hatte er Ersatz und spielte einfach so weiter. Aber die Sängerin zieht sowieso immer unbeirrt ihr Ding durch und das ist schon nicht schlecht.

Dann kam Heathen auf die Bühne, die habe ich schon ein paar Mal in Deutschland gesehen, immer als Support einer anderen Band. Sie sind gut, keine Frage.

Aber jetzt zu Coroner: Die Band gibt es seit 1983, sie hatten sich zwischendurch aufgelöst, was auch erklärt, warum ich sie noch nie gesehen hatte. Coroner brachten letztes Jahr eine neue Platte namens „Dissonance Theory“ heraus, das als eines der besten Alben des Jahres, wenn nicht sogar als das beste Album gehandelt wurde.

Und ja, wow, was für ein Konzert! Das war so ein unglaublich mächtiger Sound, die Gitarrensoli und die Kompositionen so herausragend gut – ich weiß nicht, was da dieses Jahr noch kommen sollte, was besser sein könnte. Aber gut, dieses Jahr verspricht – zumindest konzerttechnisch – richtig gut zu werden.

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