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Deutsche Produkte in Kanada

Was mich an Deutschen in den USA immer am meisten genervt hat, war das Theater um das deutsche Brot. Man wird doch mal drei Wochen oder so etwas anderes essen können, aber nein, das Lamentieren war immer groß. Nun finde ich das deutsche Brot ja gar nicht so gut – also, am ersten Tag kann es durchaus noch knusprig sein, am zweiten braucht man meistens einen halben Liter Flüssigkeit zu jedem Stück, weil es so trocken ist. Anders ist das höchstens beim Brot der Hofpfisterei (die gibt’s außer in Bayern zum Beispiel auch in Berlin; in Frankfurt – warum auch immer – nicht). Beim Berliner alnatura gibt es außerdem ein Brot, das „das Falken“ heißt und sehr schmackhaft und knusprig ist – in Frankfurt gab es das wiederum auch nicht.

Jedenfalls bin selbst ich nach neun Monaten in Kanada nun schwach geworden und ging in Steveston in eine Bäckerei, die damit warb, „German Rye Bread“ zu verkaufen. Der albanische Inhaber überreichte es uns persönlich und es stellte sich heraus, dass er zwölf Jahre in Frankreich gelebt hat. Seine Frau, bei der wir zuerst das Brot bestellt hatten, kommt aus Quebec, was wir an ihrem Französisch hören konnten. Sie erzählten uns, dass dies die letzten Brote seien, die dort verkauft würden, weil sich der Mann „anderen Projekten“ widmen würde.

Ein bereits angeschnittenes Roggenbrot deutscher Art liegt auf einem Holzbrett.

Bei einer solch mysteriösen Aussage werde ich ja gleich neugierig, aber genau das hatte ich nicht verstanden, es wurde mir im Nachhinein berichtet und ich hätte mich wahrscheinlich eh nicht getraut, mich auf Französisch einzuschalten (aber Hauptsache, ich habe mal Latein gelernt, das ist für die anderen Sprachen ja sooo vorteilhaft!). Jedenfalls zieht nun eine Pizzeria ein, was Sinn macht, wenn man das Innere der Bäckerei gesehen hat: In der Mitte stand nämlich etwas, was wie ein Steinofen für Pizza aussah. Schade ist es trotzdem, weil das Brot wirklich gut war. Allerdings weiß ich jetzt auch immer noch nicht, wieso der Bäcker ausgerechnet deutsches Brot buk, das ist ja in Frankreich auch nicht gerade überall üblich, aber gut, manche Leute wollen wohl geheimnisvoll bleiben.

In Steveston gibt es auch eine Metzgerei, die von jemandem aus Deutschland geführt wird, der früher Banker war. Mich interessiert dabei die Wurst eigentlich gar nicht so sehr, vielmehr gibt es dort Süßigkeiten wie die aus Deutschland importierten Haribo Phantasia, Lebkuchen und Stollen…

Bei London Drugs, einer Pharmacy, habe ich auch einige deutsche Produkte gefunden – zum Beispiel diese vegane Schokolade, die meiner Meinung nach die beste auf dem Markt ist. Direkt aus Berlin importiert.

Ein  veganer Schokoriegel mit Haselnüssen der Marke "Vego".

Lustigerweise gibt es im asiatisch angehauchten (die Auswahl an verschiedenen Tofusorten ist fantastisch) Langley Farm Market in Burnaby außer viel frischem Obst und Gemüse auch deutschen Tee, Gurken, Ritter Sport und Pumpernickel (!). Letzteres habe ich mir vor Kurzem mal gegönnt, weil auch ich nicht immer das hier übliche Sandwich-Brot essen muss.

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