Im Frühjahr sind wir zufällig auf das Paddlewheeler Pub gestoßen, das direkt am Fraser River in New Westminster liegt. Es gab einen großen Außenbereich und eine reichhaltige Speisekarte, auf der sogar Desserts standen, was hier nicht immer üblich ist. Das Essen war nicht schlecht, das Highlight war ein Nachtisch namens Panookie: ein in einer kleinen Pfanne servierter heißer Keks mit flüssigem Schokokern.



Es gab dort auch regelmäßig Live-Musik – hinter mir kann man die Musiker ein bisschen sehen, die im Restaurant spielten. Was uns nicht so gefallen hatte, war die mangelnde Hygiene: die Fensterscheibe, der Tisch und auch die Gläser hätten ein bisschen sauberer sein können (ich musste gleich an die Aussage von Drosten denken, dass er Bier grundsätzlich nur aus der Flasche trinkt, aber naja wir haben überlebt).
Jedenfalls liefen wir letztens wieder am Paddlewheeler Pub vor und staunten nicht schlecht, dass es geschlossen war. Und zwar nach 37 Jahren! Die Lokalpresse zitiert lediglich einen Facebook-Posts des Eigentümers, der behauptet, dass man wegen der Inflation und der hohen Unternehmenssteuern hätte schließen müssen. Was ich ein bisschen seltsam finde, denn auf der Tür klebt ein Hinweis des Eigentümers, dass der Eigentümer Mietschulden in Höhe von über 51.000 kanadischen Dollar hätte und das Lokal deswegen geschlossen sei (diese Gepflogenheit, das an die Tür zu kleben, ist auch wieder befremdlich, aber ist halt so).

Auch bei Reddit ist man der Meinung, dass die Steuern für Unternehmen hier gar nicht hoch seien (das hätte mich auch stark gewundert) und dass das nur vorgeschoben sei. Leider finde ich keine weiteren Artikel, die mehr zum Schließen des Lokals sagen, was auch schon wieder genug über den Zustand des Lokaljournalismus sagt. Ich meine, wenn das kein Thema ist, dass hier ein Pub nach Jahrzehnten schließt und jetzt – in Bestlage – erstmal leer steht, dann weiß ich auch nicht.