Am ersten Maiwochenende wollte ich mir unter anderem die Installation „We Felt a Star Dying“ von Laure Prouvost im Kraftwerk Berlin ansehen, die bald schließen würde. Sie war toll, aufwändig gestaltet und die Fabrikhalle alleine war schon ein Hingucker.
In der Mitte der Hauptinstallation konnte sich man sich in einen Sitzkreis legen, um in den „Himmel“ zu schauen. Mir war das zu beengt, aber ich fand die Idee gut.

Abends gingen wir dann ins Berliner Ensemble, um ein Stück von Bertolt Brecht zu sehen: Die Heilige Johanna der Schlachthöfe wurde aufgeführt. Ich wollte dort schon immer hin und war froh, dass es endlich geklappt hatte. Als wir dort ankamen, war ich etwas erstaunt, wie eng so eine Loge doch ist. Ich hatte nicht damit gerechnet, mit den Knien an der Brüstung anzustossen. Die üppige Bühnenausstattung beeindruckte uns sofort (kleiner Scherz).

Das Theaterstück war insgesamt gut, allerdings waren die englischen Surtitles (so wurde das genannt) oben über der Bühne angebracht, sodass man beim Lesen ein bisschen Genickstarre bekam. Außerdem war die Luft, wie überall in Deutschland üblich, schlecht (1.165 ppm, um genau zu sein). Ich musste die ganze Zeit gähnen und war nicht die einzige in unserer 6- oder 8-Personen-Loge. Dass das auch für die Schauspieler*innen schlecht ist, muss ich nicht extra erwähnen?
Irgendwie hatte ich anscheinend missverstanden, wie lange das Stück geht, jedenfalls war nach zwei Stunden endlich Pause, die wir nutzten, um auf einen Balkon und dann ganz nach draußen zu gehen. Ehrlich gesagt hatte ich dann keine Lust mehr, in der schlechten Luft in unbequemer Haltung zu sitzen. Das, was wir gesehen hatten, war wie erwartet gut, aber dann auch genug und wir fuhren ins Hotel zurück.