Im Nachbarort Coquitlam gab es letztens ein französisches Festival und ich dachte, das wäre eine gute Gelegenheit, Französisch zu üben. Wir nahmen das Auto dorthin, weil die Öffentlichen viel komplizierter wären und länger dauerten. Zum Parken waren drei bestimmte Reihen im Ikea-Parkhaus angedacht, von wo aus man entweder ein Bus-Shuttle nehmen oder zu Fuß laufen konnte. Da die Reihen im Parkhaus natürlich nicht vorab ausgeschildert sind, gurkten wir solange herum, bis wir die Reihen A, B und C fanden.
Dann suchten wir den Weg zum Park, in dem das „Festival du Bois“ stattfand. Neben dem Parkhaus saßen zwei Menschen in der Sonne und dattelten auf ihren Handys herum. Ich dachte, das seien Ikea-Mitarbeiter, die Pause machten. Aber die Frau des Duos sprach uns auf Französisch an und wollte uns zu einem Schulbus lotsen, der mit laufendem Motor auf Kundschaft wartete. Da der Weg aber nur zehn Minuten dauern sollte, wollte ich lieber laufen und verpasste so meine Chance, jemals in so einem gelben amerikanischen Schulbus zu fahren.

Das Festival war in einem kleinen Park, wo sogar der lokale Spielplatz wegen des Festes durch einen hohen Zaun abgeriegelt worden war. Es ist schon sehr verwunderlich zu sehen, dass es einem Verein erlaubt wird, einen Park für die Öffentlichkeit zu sperren und Kinder vom Spielplatz auszusperren. Dazu kostete der Eintritt zum Festival 21 Euro für einen Erwachsenen, also nicht besonders erschwinglich für eine Familie. Außerdem finde ich es absurd, einen so hohen Eintrittspreis zu zahlen, um dann wiederum viel Geld für Essen zu bezahlen. Aber gut, ich wollte zumindest einmal sehen, was es da so gibt.

Und natürlich waren wir vor allem auch zum Essen da: Wir kauften uns gleich herzhafte Crêpes mit Champignons und Schinken. Das Personal am Food Truck sprach allerdings kein Französisch. Obwohl ich schon ziemlich satt war, musste ich jetzt selbstverständlich auch noch die dortige Poutine probieren. Wir bestellten das Gericht einmal mit Steakstreifen und einmal mit Hähnchen, was beides sehr lecker war, da die Pommes sehr knusprig blieben. Danach hätte ich höchstens noch ein Eis essen können, aber es gab nur Donuts in einem kleinen bunten Kindereimer und das hätte ich nun wirklich nicht geschafft.
Auf dem Festivalgelände gab es auch einige Zelte: Im größten konnte man gehäckelte Frosch-Accessoires (grüne Mützen etc.) kaufen, außerdem wurden dort Alkohol und weitere Fressalien angeboten. Ich hatte eigentlich geplant, Pain et fèves (bread and beans) zu probieren, das auf dem Flyer angepriesen worden war, aber das gab es eben nur drinnen.
Auf den verschiedene Bühnen traten ein Sänger für Kinder auf, ein weiterer sang nur auf Englisch und Spanisch (irgendwie hatten die das mit dem französischen Festival nicht verstanden). Schülerinnen, die wohl ein Spiel veranstalteten und zunächst Französich sprachen fielen schon bei der Benennung der Teams auf das englische Alphabet zurück. Folglich konnte ich praktisch null Französisch sprechen – außer „Bonjour“ und „Merci“; also dafür reicht mein Leistungskurs-Französisch gerade noch.
Im großen Essenszelt hatte es übrigens auch Musik gegeben, untermalt mit Geige bzw. Fiddle (daher der Name Festival du Bois) und es wurde dazu getanzt. Diese Tänze erinnerten mich sehr an Irland, an Riverdance & Co., und sie haben wohl auch miteinander zu tun. Zumindest steht es so in der englischen Wikipedia. Aber das war für mich ganz schreckliche Musik, da mussten wir schnell weg und spazierten dann ein bisschen am denkmalgeschützten Haus auf der anderen Straßenseite und im Rest des Parks umher.



































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