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Der unangenehmste Ort Vancouvers

Erst kurz vor dem Auswandern hatte ich erfahren, dass man im Ausland seinen Führerschein umtauschen muss. Den Gedanken, meinen Führerschein abgeben zu müssen, fand ich etwas beunruhigend. Aber hilft ja nichts. Außerdem hieß es, man müsse nachweisen, wie lange man schon unfallfrei Auto fahre. Ich musste googeln, wie das gehen soll und habe herausgefunden, dass man sich beim Kraftfahrt-Bundesamt Bescheinigungen in Englisch bestellen kann, auf denen vermerkt ist, wie lange man seinen Führerschein besitzt und ob man negative Einträge hat. Diese beiden Bescheinigungen gibt es kostenlos und sie kamen innerhalb weniger Tage per Post an. Ich benötigte sie nicht, genauso wenig wie den internationalen Führerschein, aber besser, die Unterlagen zu haben und nicht zu brauchen, als andersrum. 

Für den Umtausch meines Führerscheins in einen von British Columbia hatte ich online einen Termin bei der ICBC (Insurance Company of British Columbia) ausgemacht. Dachte ich – aber so einfach ist das hier nicht. Man geht an den Empfangsschalter, an dem man den Vornamen nennt (was ich regelmäßig vergesse und mit dem Nachnamen anfange), bekommt eine Nummer und muss trotz Termins warten. Leider gab es hier nicht so viele Asiat*innen wie sonst in Vancouver, was bedeutete: lauter hustende, niesende Menschen ohne Masken in einem großen Raum. Als ich an der Reihe war, wurden die Anweisungen, welche Angaben die Dame benötigte, zackig durch die Scheibe gebellt. Leider gab es keinen Platz, auf dem man seine Unterlagen irgendwie vernünftig hinlegen und sortieren hätte können. Manches ließ mich ungläubig rückfragen, zum Beispiel musste man neben der üblichen Körpergröße auch sein Gewicht angeben.

Glücklicherweise haben Deutschland und Frankreich ein Abkommen mit Kanada, sodass deren Bürger*innen keinen praktischen Fahrtest machen müssen. Das ist bei Ländern wie Südafrika zum Beispiel anders (das weiss ich von diesem Youtuber ) – die kanadischen Prüfer sollen sehr streng sein und ich bin heilfroh, dass ich keinen Fahrtest machen muss. Allerdings werden einem beim Ausstellen des Führerscheins ein paar theoretische Fragen gestellt, die aber nicht wirklich schwierig waren. 

Schliesslich wurde vor Ort ein Foto gemacht, was dank meiner Maske, deren Bänder sich in den Haaren verfangen hatten und dem bereits bekannten Abdruck im Gesicht ein proper Mugshot wurde – also ein Knastfoto sondergleichen…erst dachte ich, ist ja egal, später fiel mir ein, dass man sich hier meist mit dem Führerschein ausweist. Naja, dann wohl blöd gelaufen.

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