Ich war überhaupt nicht darauf vorbereitet, wie hübsch die kanadische Hauptstadt ist. So wie ich das verstanden hatte, besucht man Ottawa, weil dort der Regierungssitz ist und sonst nichts. Aber das wird der Stadt überhaupt nicht gerecht. Auch das Gemecker über das mangelnde Nachtleben halte ich für übertrieben.
Unser Hotel lag jedenfalls in Downtown mit einer sehr hübschen Aussicht auf den Ottawa River. Vom Hotel aus war es einfach, das Parlamentsgelände zu erkunden. Ich wusste schon, dass eine Besichtigung von innen momentan nicht so viel bringen würde, da die Gebäude gerade renoviert werden.




In der Innenstadt Ottawas gibt es viele verkehrsberuhigte Bereiche und noch mehr Patios. In der deutschen Brewery Braumeister lief gerade das Spiel Kanada – Schweiz (ja, das ist jetzt ein bisschen peinlich, aber wir essen und trinken ja nur draußen, also bot sich das an).











Die Statuen der Frauen sind ein Denkmal zum Recht der Frauen in den Senat gewählt zu werden. Eine Plakette mit dem Titel „Women are persons“ hängt daneben und verweist darauf, dass 1929 in einem Urteil festgestellt werden musste, wer „Personen“ sind. Und anscheinend fallen Frauen auch unter diese Kategorie.
Im vorletzten Bild ist eine Statue im Gedenken an Terry Fox zu sehen, der so etwas wie ein kanadischer Nationalheld ist. Er hatte eigentlich eine vielversprechende Zukunft als Athlet vor sich, als bei ihm Krebs festgestellt und ein Bein amputiert wurde. Er wollte daraufhin mehr Aufmerksamkeit für die Krebsforschung generieren und fing an, einen Marathon quer durch Kanada zu laufen. Er begann an der Ostküste und kam bis Thunder Bay (der Ort in Ontario, wo wir vor kurzem waren und wo auch ein großes Denkmal an ihn erinnert). Dann war der Krebs zurück und er musste seinen Lauf abbrechen. Im Oktober kommt ein Film mit dem Titel „Run Terry Run“ über ihn heraus und Bryan Adams hat gerade auch einen Song über ihn veröffentlicht.
Abends machten wir nochmal eine Runde durch die Stadt und landeten prompt versehentlich im falschen Restaurant – auf der linken Seite des Hofes. Das war ein Restaurant, in dem gehörlose Bedienungen arbeiten und wir aßen dort zunächst etwas. Eigentlich wollte ich aber das Pub auf der rechten Seite besuchen. Also mussten wir dort auch noch hin. Es war nicht so leicht zu erkennen, dass das zwei verschiedene Betriebe sind.









Und auch in Ottawa gab es sehr niedliche Tiere.




Die nicht so niedlichen findet man in der Kunstabteilung: Ich war sehr glücklich, noch einmal eine der Skulpturen von Louise Bourgeois zu finden. Zwar mag ich Spinnen überhaupt nicht, aber ihre Werke sind einfach fantastisch! (Achtung beim zweiten Bild, das Close-up ist schon, ähem, etwas eklig).


Aber das war natürlich nicht alles, hier ein bisschen Kunst im öffentlichen Raum. Eine sehr schöne filigrane Arbeit und tolle Murals.







Besonders an Ottawa ist außerdem, dass man zu Fuß über eine Brücke gehen kann und man ist in Québec. Endlich Französisch üben! Hier ein paar Eindrücke von Gatineau.





Wir waren dort auch zum Essen bei einer Familie eingeladen, die ich von der Arbeit kenne, und es war sehr interessant zu hören, wie die Leute stets zwischen der englisch- und französischsprachigen Kultur hin- und herwechseln und ganz selbstverständlich – zusätzlich zu ihrer Muttersprache – fließend Englisch und Französisch sprechen.




















Hinterlasse einen Kommentar