In Montréal gibt es sehr liebevoll gestaltete Cafés inklusive schönen Außenbereichen. Das französische Restaurant, in dem wir uns mit Arbeitskollegen meines Partners trafen, war ein einziger Genuss – ausgezeichneter Service und sehr gutes Essen. Ich hatte es nur etwas bereut, Miesmuscheln in Weißweinsud bestellt zu haben, aber nicht wegen des Gerichts, sondern weil es schwierig zu essen war ohne mit äußerst fettigen Händen zu enden.




Das Restaurant „Vices & Versa“ lag etwas weiter weg von unserem Hotel, was hieß, nachts fünf Kilometer zurück ins Zentrum zu laufen, da es nur einen Bus für diese Strecke gegeben hätte und Busse nicht wirklich attraktive Verkehrsmittel sind. Wir machten also einen längeren Spaziergang durch die laue Sommernacht.
Es sagt ja auch schon einiges, wenn man nachts sorglos kilometerweit durch eine Großstadt spazieren kann. Wir liefen an den vielen drei- bis vierstöckigen Häusern entlang, die allesamt geschwungene Treppen zu den höheren Etagen besitzen. Auf oder unter diesen Treppen saßen zu unserem Entzücken oftmals Katzen, mit denen wir sprechen konnten.
Auch war ganz in der Nähe unseres Hotel diese Bar, in der es oft Konzerte gibt. Und anscheinend ist die Venue als Konzertstätte sehr bekannt – der Berliner Metal-Kumpel wusste sofort, wovon ich sprach. Hier gab es drinnen und draußen herrlich viel Platz und so ließ es sich auch abends dort gut aushalten.






Das Kontrastprogramm: die neugotische Kirche „Notre-Dame de Montréal“. Allerdings waren dort sehr viele Tourist*innen – vor allem auch solche, die nicht wissen, wie man sich in einer Kirche benimmt (Spekulationen über die Herkunft dieser Leute überlasse ich den Leser*innen selbst, es ist aber nicht schwer zu erraten). Ein bisschen Respekt gegenüber Gläubigen könnte man schon erwarten.





Montréal ist grün, vielfältig und hat kulturell unheimlich viel zu bieten. Deshalb ist es für mich die lebenswerteste und interessanteste Stadt Kanadas, weil sie auch nicht so abgelegen liegt wie Vancouver (nachdem man ja nicht mehr guten Gewissens nach Seattle in die USA fahren kann). Nur der Winter ist halt ein bisschen kalt. Ich würde eigentlich gerne an Weihnachten dorthin, um das selbst einmal zu erleben, aber der Flug dauert unglaubliche fünf Stunden von Vancouver aus und das zeigt einmal mehr, wie groß dieses Land wirklich ist.























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